Pressemitteilung -
Notfallseelsorge im Barnim
Fortbildung zu Krisenintervention an Schulen und Kitas - Verabschiedung von Karin Stützner
Das Team der Notfallseelsorge des Landkreises Barnim hat vom 19. bis 23. Januar 2026 in Martas Gästehaus in Groß Väter eine Fortbildungswoche zum Thema Krisenintervention an Schulen und in Kitas durchgeführt. Ermöglicht wurde dies durch die finanzielle Unterstützung des Kreiskirchenrates Barnim sowie des Landkreises Barnim. Dafür bedankt sich das Team ausdrücklich.
Die Aktualität und Dringlichkeit des Themas zeigte sich bereits zu Beginn des Jahres: Am 5. Januar 2026 war die Notfallseelsorge zu einem Einsatz an einer Schule in Eberswalde gerufen worden. Diese Erfahrung hat das Team in seiner Entscheidung bestärkt, den Schwerpunkt der Fortbildung auf Krisenintervention im schulischen und frühkindlichen Bereich zu legen.
Vor diesem Hintergrund haben die Teammitglieder in dieser Woche eine gemeinsame "Werkzeugkiste" für Einsätze an Schulen und Kitas erarbeitet. Dazu gehörten ein intensiver fachlicher Austausch mit den Schulpsychologinnen und Schulpsychologen des Landkreises Barnim, die Erarbeitung gemeinsamer Einsatzabläufe sowie die Abstimmung von Informationsmaterialien. Darüber hinaus wurde die Zusammenarbeit mit dem Verein Eisenherz e. V. zur Trauerbegleitung von Kindern und Jugendlichen weiter vertieft. Die Trauerpädagogin Antje Muth vermittelte dem Team grundlegende Kenntnisse zu traumatischen Erlebnissen von Kindern und Jugendlichen.
Solche Fortbildungswochen stärken nicht nur die fachliche Kompetenz, sondern auch den Teamgeist. Gerade in Einsätzen mit mehreren Betroffenen ist ein eingespieltes, vertrauensvolles Miteinander entscheidend. Man versteht sich dann oft "ohne Worte" und kann sich aufeinander verlassen.
Im Jahr 2025 wurde die Notfallseelsorge des Landkreises Barnim zu insgesamt 130 Einsätzen gerufen. Aktuell gehören dem Team 16 ehrenamtliche Mitglieder an.
Im Rahmen der Fortbildungswoche verabschiedete das Team ein langjähriges und äußerst erfahrenes Mitglied in den Ehrenamtsruhestand: Frau Karin Stützner. Sie war Gründungsmitglied der Notfallseelsorge im Jahr 2004 und viele Jahre als Teamleiterin tätig. Ihr Engagement hat die Notfallseelsorge im Landkreis Barnim maßgeblich geprägt.
Die Arbeit der Notfallseelsorge findet häufig in Momenten statt, in denen für Betroffene kaum etwas greifbar ist. Was bleibt, sind Eindrücke, Haltungen und kleine Gesten - Dinge, die sich nicht messen lassen, aber in schweren Situationen Halt geben.
Als die Notfallseelsorge im Jahr 2004 - vor allem durch das Engagement von Karin Stützner - gegründet wurde, gab es kaum Erfahrungswerte. Es brauchte Menschen, die bereit waren, Verantwortung, Zeit, Überzeugung und Mut einzubringen. Als Gründungsmitglied hat Karin Stützner nicht nur den Aufbau des Teams entscheidend mitgestaltet, sondern die Notfallseelsorge auch strukturell im Katastrophenschutz verankert.
Ihr Wirken hinterlässt nachhaltige Spuren: in gewachsenen Strukturen, verlässlichen Abläufen und einer gemeinsamen Haltung. All dies ist nicht zufällig entstanden, sondern Ergebnis des außergewöhnlichen Engagements von Menschen wie Karin Stützner, die im Ehrenamt weit über das Erwartbare hinaus Verantwortung übernommen haben.
Wer Interesse an einer ehrenamtlichen Mitarbeit im Team der Notfallseelsorge des Landkreises Barnim hat, kann sich per E-Mail an bevoelkerungsschutz@kvbarnim.de wenden. Gesucht werden empathische, emotional stabile und belastbare Personen ab 25 Jahren, die zuverlässig, selbstreflektiert und kommunikationsstark sind sowie einen respektvollen und wertschätzenden Umgang pflegen.
Robert Bachmann
Pressesprecher